Zusammenfassung

Handlung des Musicals «Into The Woods» von Stephen Sondheim

1. Akt

In einem fernen Königreich leben ein kinderloses Bäckerehepaar, ein armer und naiver Bursche namens Jack, ein kleines Mädchen mit einem roten Mäntelchen (Rotkäppchen) sowie ein misshandeltes Mädchen, das Aschenputtel (engl. Cinderella) genannt wird. Sie alle haben Wünsche, die ihre Situation verändern und ihnen zu neuem Glück verhelfen sollen:

Aschenputtel wünscht sich sehnlichst, ans dreitägige Fest gehen zu dürfen, das der König veranstaltet. Seine Stiefmutter und seine beiden Stiefschwestern Florinda und Lucinda aber lachen es nur aus. Die Stiefmutter schüttet schliesslich einen Topf Linsen in die Asche und verspricht ihm, es dürfe an den Ball mitgehen, wenn es die Linsen innerhalb von zwei Stunden wieder aussortiere. Da Aschenputtel mit den Vögeln befreundet ist, ist es ihm aber ein Leichtes, den Auftrag seiner Stiefmutter zu erfüllen. Es kann auf die Hilfe der Vögel zählen, die ihm geschwind die Linsen aus der Asche sortieren und in den Topf zurücklegen. Trotzdem aber brechen die Stiefmutter und die Stiefschwestern ohne Aschenputtel zum Ball auf. Die Stiefmutter erklärt ihm, dass es zu schmutzig und zu lumpig gekleidet sei, um dem König gegenübertreten zu können.

Der arme Bursche Jack wünscht sich, dass seine geliebte weisse Kuh namens Milky-White endlich wieder Milch gibt. Seine verwitwete Mutter aber hat die Hoffnung, dass Milky-White wieder kräftiger wird und Milch gibt, schon längst aufgegeben und versucht Jack verzweifelt klarzumachen, dass sie die Kuh verkaufen müssen, wenn sie überleben wollen.

Rotkäppchen wird von seiner Mutter zu seiner kranken Grossmutter im Wald geschickt, um ihr Brot und Wein zu bringen. Es sucht daher die Bäckersleute auf, verlangt ein Brot und leckere Süssigkeiten, die es dann allerdings unterwegs in den eigenen Mund steckt.

Der Bäcker und seine Frau sind kinderlos und wünschen sich nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind. Als sie gerade über ihren Wunsch diskutieren, tritt die benachbarte Hexe vom Hause nebenan bei ihnen ein. Diese erzählt ihnen, dass sie vor Jahren den Vater des Bäckers dabei erwischte, wie er in ihrem Garten Grünzeug für seine schwangere Frau sowie besondere Bohnen stahl. Zur Strafe entführte die Hexe das zweite Baby der Diebe, nannte es Rapunzel (Feldsalat) und sperrte es in einem Turm ein, wo es noch heute lebt. Ausserdem belegte die Hexe die Bäckersfamilie mit einem Fluch der Unfruchtbarkeit, der bis heute auf der Familie lastet. Die Hexe erklärt nun dem Bäcker und seiner Frau, wie sie den Fluch wieder aufheben und ein Kind bekommen können: Sie müssen ihr viererlei Dinge bringen, nämlich eine Kuh, die so weiss ist wie Milch, ein Mäntelchen, das so rot ist wie Blut, Haar, das so gelb ist wie Mais sowie einen goldenen Schuh. Die Hexe verspricht den Bäckersleuten ein «perfektes» Kind, wenn sie ihr diese Gegenstände innerhalb von drei Tagen und noch vor der dritten Mitternacht beschaffen. Der Bäcker und seine Frau entschliessen sich sofort, die vier Gegenstände zu besorgen. Der Bäcker will sich aber alleine auf die Suche machen und seine Frau zurücklassen, woraus sich ein Streit entwickelt. Der Bäcker setzt sich schliesslich durch und bricht alleine auf, seine Frau aber schleicht ihm heimlich nach und wird sich als wichtiger und unverzichtbarer Part bei der Beschaffung der vier notwendigen Gegenstände erweisen. Bevor sich der Bäcker auf den Weg macht, entdeckt er in einer alten Jacke seines Vaters sechs Bohnen und steckt sie ein, weil er ahnt, dass es sich um die besonderen Bohnen handeln könnte, von denen die Hexe sprach.

Die Wünsche bzw. Aufträge führen alle in den Wald: Der Bäcker geht in den Wald, um die vier von der Hexe genannten Gegenstände zu suchen, Jack muss seine Kuh Milky-White zum Markt führen und verkaufen, Rotkäppchen muss seiner Grossmutter Brot und Wein bringen und Aschenputtel sucht das Grab seiner verstorbenen Mutter auf, um ein Kleid und Schuhe zu erbitten, mit denen es das Festival des Königs besuchen kann. Die persönlichen Schicksale der Bäckersleute, Jacks, Rotkäppchens und Aschenputtels werden im Wald zusammengeführt und nach und nach miteinander verwoben.

Im Wald erhält Aschenputtel von seiner verstorbenen Mutter ein wunderschönes silbern und golden glänzendes Kleid und dazu passende goldene Schuhe und eilt damit freudig fort.

Rotkäppchen begegnet dem Wolf, dem in der Vorfreude auf den doppelten Festschmaus - bestehend aus dem saftigen Fleisch Rotkäppchens und den knusprigen Knochen der Grossmutter - schon das Wasser im Mund zusammenläuft («Hello, Little Girl»). Der Wolf verleitet Rotkäppchen dazu, vom Weg abzuweichen und einen schönen Blumenstrauss für die Grossmutter zu pflücken.

Jack irrt währenddessen mit seiner Kuh durch den Wald, bis ihm ein geheimnisvoller alter Mann erscheint, der ihm vorhält, dass er noch froh sein könne, wenn er für seine abgemagerte Kuh einen Sack Bohnen erhalte. Als Jack kurz darauf dem Bäcker und seiner Frau begegnet, die ihm im Tausch gegen die Kuh fünf Bohnen anbieten und behaupten, dass diese magische Kräfte besitzen, überlegt er daher nicht lange und nimmt schweren Herzens von Milky-White Abschied. Nachdem sich Jack wieder entfernt hat, wirft der Bäcker seiner Frau, die den Handel hauptsächlich abgewickelt hat, vor, Jack betrogen zu haben. Seine Frau hält ihm entgegen, dass der Zweck die Mittel heiligt und dass das Erreichen ihres gemeinsamen Ziels höchste Priorität hat. Jack aber kehrt zu seiner Mutter zurück und überreicht ihr die Bohnen, gegen die er die Kuh eingetauscht hat. Seine Mutter - verzweifelt und entsetzt über die Naivität ihres Sohnes - wirft die Bohnen auf den Boden, unwissend, dass diese tatsächlich magische Kräfte besitzen. Aus den Bohnen wächst langsam aber stetig eine riesige Bohnenranke in den Himmel.

Der Bäcker und seine Frau suchen nun getrennt weiter. Der Bäcker trifft als nächstes auf Rotkäppchen und entreisst ihm kurzerhand das rote Mäntelchen, das zu den vier gesuchten Gegenständen gehört. Als Rotkäppchen wütend zu schreien beginnt, kehrt er aber reumütig wieder um und gibt das Mäntelchen zurück. Er wird es später jedoch trotzdem noch erhalten, nämlich nachdem er Rotkäppchen und dessen Grossmutter aus dem Bauch des Wolfes gerettet hat: Der Wolf, dem Rotkäppchen im Wald begegnet ist, verschlingt zuerst die Grossmutter und danach Rotkäppchen. Der Bäcker kann die beiden wieder befreien, indem er dem Wolf den Bauch aufschlitzt. Das befreite Rotkäppchen berichtet daraufhin fasziniert und angewidert zugleich von seinen Erlebnissen, die es in seiner persönlichen Entwicklung ein Stück weitergebracht haben («I know things now»), und schenkt dem Bäcker zum Dank für die Befreiung sein rotes Mäntelchen.

Während der Bäcker das rote Mäntelchen Rotkäppchens gewinnt, trifft die Bäckersfrau auf Aschenputtel, das gerade vor dem Kronprinzen davonläuft, der sich für es interessiert und ihm nachstellt. Die Bäckersfrau fragt Aschenputtel über das Festival und den Prinzen aus. Dabei erblickt sie dessen goldene Schuhe. Aschenputtel aber entweicht ihr und flieht in ihr stiefmütterliches Heim zurück. Die goldenen Schuhe müssen also weiter verfolgt werden. Zu allem Übel hinzu kommt, dass die weisse Kuh Milky-White in der Zwischenzeit in den Wald entlaufen und nicht mehr auffindbar ist.

Ebenfalls im Wald gelangt die Hexe zum Turm, in dem Rapunzel eingesperrt ist, und ruft «Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter», worauf Rapunzel ihr gelbes Haar herunterlässt. Der zweite Prinz des Königreichs beobachtet dies und verliebt sich in Rapunzel. Er nimmt sich vor, sie am nächsten Tag zu besuchen. Mittlerweile ist nämlich der erste Tag seit dem allgemeinen Aufbruch in den Wald verstrichen.

Als die Glocke zum ersten Mal Mitternacht schlägt, sind alle geschäftig unterwegs und ziehen eine erste Bilanz aus dem bisher Geschehenen.

Jack erzählt fasziniert und beeindruckt davon, wie er an der Bohnenranke, die aus den magischen Bohnen gewachsen ist, in den Himmel hochkletterte und da einem Riesenehepaar begegnete. Die Riesin war freundlich mit Jack, nicht aber ihr Gatte. Der Riese wollte Jack verspeisen, die Riesin jedoch half Jack zu fliehen. Bevor Jack die Bohnenranke wieder hinunterkletterte, füllte er seine Taschen heimlich mit Goldmünzen, die ihm und seiner Mutter zu bisher nicht gekanntem Reichtum verhelfen.

Die beiden Prinzen des Königreichs klagen sich gegenseitig ihren Liebeskummer, den die unerreichbaren Frauen Rapunzel und Aschenputtel ihnen bereiten («Agony»). Aschenputtel läuft ihrem Prinzen nach dem Ball unerklärlicherweise immer wieder davon, und Rapunzel ist weit oben im türlosen Turm eingesperrt.

Die Bäckersfrau belauscht das Gespräch der beiden Prinzen und erfährt so von den gelben Haaren Rapunzels. Sie schleicht sich sofort zum Turm, fordert Rapunzel auf, ihr Haar herunterzulassen, und reisst ein Büschel davon aus. Als sie mit dem gelben Haar in der Hand weitereilt, begegnet sie Aschenputtel zum zweiten Mal und versucht, ihm einen der goldenen Schuhe zu entreissen, jedoch ohne Erfolg. Immerhin bringt der geheimnisvolle alte Mann dem Bäcker, der getrennt von seiner Frau durch den Wald irrt, die entlaufene Kuh wieder zurück. Als der Bäcker und seine Frau später wieder zusammentreffen, können sie feststellen, dass sie schon drei der vier gesuchten Gegenstände beisammen haben, nämlich das rote Mäntelchen Rotkäppchens, die weisse Kuh Jacks und die gelben Haare Rapunzels. Der Bäcker realisiert nun endlich, dass es doch beide - ihn und seine Frau - braucht, um die Aufgabe, die die Hexe gestellt hat, und somit den Kinderwunsch zu erfüllen («It takes two»). Während der Bäcker und seine Frau wie frisch verliebt ihr Glück besingen, stösst Jack hinzu und möchte sich seine geliebte Kuh Milky-White zurückkaufen. Er bietet den Bäckersleuten für die weisse Kuh fünf Goldstücke und ein goldenes Ei an. Das Ei wurde gelegt von einem Huhn, das Jack bei einem zweiten Besuch im Reich der Riesen über den Wolken gestohlen hat. Während aber Jack seine Kuh zurückzuhandeln versucht, fällt diese plötzlich tot um und bleibt regungslos auf dem Boden liegen.

In diesem Moment schlägt die Glocke zum zweiten Mal Mitternacht und kündigt den Bäckersleuten den dritten und letzten Tag der gemeinsamen Suche an. Die Bäckersleute begraben die tote Milky-White im Wald. Daraufhin beschliessen sie, dass der Bäcker eine neue weisse Kuh und die Bäckersfrau den goldenen Schuh Aschenputtels auftreiben soll, und gehen auf getrennten Wegen wieder auseinander.

Jack macht sich nach dem Tod seiner Kuh in trübe Gedanken versunken auf den Heimweg. Als er unterwegs Rotkäppchen mit einem neuen Mantel aus Wolfsfell begegnet, zeigt er ihm stolz sein Huhn, das goldene Eier legen kann, und erzählt ihm vom Reich der Riesen. Dabei erwähnt er eine goldene Harfe, die sich angeblich im Riesenreich befindet und die von selbst spielt. Rotkäppchen glaubt seit seiner Erfahrung mit dem Wolf aber nicht mehr an solche Märchen und weist Jack altklug ab. Jack nimmt sich daher vor, ein drittes Mal in den Himmel hochzuklettern und dem Riesenehepaar auch noch die goldene Harfe zu stehlen.

Der dritte Diebeszug im Himmel hat jedoch für Jack und das Königreich schwere Konsequenzen. Jacks Besuch und Raub bleiben nämlich vom Riesen nicht unbemerkt. Als Jack daher mit der goldenen Harfe unter dem Arm die Bohnenranke hinunterklettert, wird er vom Riesen verfolgt. Jack kann sich retten, indem er die Bohnenranke mit einer Axt fällt, sobald er auf dem sicheren Boden angelangt ist, und so seinen Verfolger in den Tod stürzt. Der Riese und die Bohnenranke krachen in den Garten von Jacks Mutter, die sich sogleich ängstigt, dass Jack von der Bohnenranke erdrückt worden sein könnte. Jack ist aber nicht ums Leben gekommen, sondern vielmehr im Besitz eines weiteren wertvollen Gegenstandes, der ihre Armut endgültig in Wohlstand verwandeln wird. Der Tod des Riesen hat jedoch die Riesin im Himmelreich, die Jack bisher freundlich gesinnt war, zur Witwe gemacht, sodass sie Jack nicht mehr gut werden kann und auf Rache sinnt ...

Auch an diesem Tag sucht die Hexe Rapunzel im Turm auf. Als sie merkt, dass Rapunzel von einem der Prinzen besucht wurde, beschwört sie Rapunzel, bei ihr zu bleiben und nicht in die Welt hinauszugehen, in der sich zwar verlockend schöne Prinzen befinden, aber auch gierige Wölfe lauern («Stay with me»). Im Schutz der Hexe und im einsamen Turm sei sie sicherer und besser aufgehoben als im Strudel der Welt mit ihren Gefahren und Risiken. Als die Hexe sieht, dass es Rapunzel trotzdem von ihr fortzieht, reisst sie ihr die schönen langen Haare ab und jagt sie in die Wüste hinaus. Sodann wartet sie den nächsten Besuch des Prinzen ab und lässt diesen die abgerissenen Haare Rapunzels hochklettern. Als der Prinz anstelle von Rapunzel die hässliche Hexe erblickt und vom Schicksal Rapunzels erfährt, springt er erschreckt vom Turm herab, wobei er sich die Augen in den Dornen zersticht und erblindet.

Aschenputtel nimmt am selben Tag zum dritten und letzten Mal am dreitägigen Fest des Königs teil und flieht wieder vor seinem Prinzen. Diesmal verliert es aber einen seiner Schuhe, weil der Prinz die Treppe zum Palast mit klebrigem Pech bestreichen liess, um seine Flucht zu verhindern. Die Bäckerin trifft Aschenputtel, wie es mit nur einem Schuh durch den Wald eilt. Sie versucht es dazu zu bewegen, ihr den zweiten Schuh gegen die übrig gebliebene letzte magische Bohne einzutauschen. Aschenputtel will zuerst nichts von einem solchen Tausch wissen, als aber der Prinz und sein Steward (Haushofmeister) immer näher kommen, gibt es seinen Goldschuh doch hin und nimmt dafür die beiden Schuhe der Bäckersfrau, damit es schneller davonlaufen kann. Als der Prinz und dessen Steward endlich zur Stelle kommen, ist Aschenputtel bereits über alle Berge und davon.

Die Hexe kündigt die dritte Mitternacht an. Die Bäckersleute bringen ihr fristgerecht alle vier geforderten Gegenstände. Die Hexe stellt aber schnell fest, dass es sich bei der angeblich weissen Kuh um eine Fälschung handelt: Der Bäcker hat eine gelbe Kuh mit Mehl gepudert und mitgebracht. Die Hexe verlangt von den Bäckersleuten, die tote weisse Kuh wieder auszugraben und zu bringen. Als dies getan ist, erweckt die Hexe die Kuh zu neuem Leben und fordert die Bäckersleute sowie Jack, der dazustösst, dazu auf, der Kuh die übrigen Gegenstände zu füttern, bis sie Milch produziert. Milky-White gibt aber trotz aller Mühe keine Milch. Es stellt sich schliesslich heraus, dass Rapunzels Haare zur Fütterung nicht geeignet sind, da sie von der Hexe berührt wurden. In diesem Moment taucht der alte geheimnisvolle Mann wieder auf und gibt dem Bäcker den Rat, der Kuh einfach die Fasern eines Maiskolbens zu füttern. Nachdem die Kuh diese Fasern gefressen hat, beginnt endlich Milch zu fliessen, und Jack melkt die Kuh.

Die Hexe verrät den Bäckersleuten, dass es sich beim geheimnisvollen Mann um den Vater des Bäckers handelt, von dem der Bäcker glaubte, er sei bei einem «Backunfall» ums Leben gekommen. Der Vater des Bäckers lief nach der Entführung Rapunzels und dem Tod seiner Frau davon und überliess seinen kleinen Sohn dem Schicksal. Indem er nun den Bäckersleuten bei der Suche nach den vier Gegenständen und bei der Herstellung des Zaubertrankes, nämlich der Milch, half, hat er seinen Beitrag zur Aufhebung des Fluches, der seinetwegen auf den Bäckersleuten lastet, geleistet und kann erleichtert sterben.

Die Hexe trinkt nun den Zaubertrank, den sie mit Hilfe der Bäckersleute hergestellt hat. Sie wird dadurch jung und attraktiv, verliert aber ihre Zauberkräfte. Die Bäckersfamilie ihrerseits ist endlich vom Fluch der Unfruchtbarkeit befreit, und die Bäckersfrau wird schwanger. Das neu gefundene Glück der Bäckersleute und der Hexe breitet sich auch auf die anderen Bewohner im Königreich aus. Jack und seine Mutter sind durch die im Reich der Riesen geraubten Gegenstände reich geworden und haben Milky-White wieder, die nun endlich Milch produziert. Die beiden Prinzen, die den unerreichbaren Frauen Aschenputtel und Rapunzel nachschmachteten, kommen endlich zu ihrem ersehnten Liebesglück: Aschenputtels Prinz kann mit Hilfe des Schuhs, den Aschenputtel auf der Treppe verloren hat, Aschenputtel ausfindig machen und mit ihm zum Schloss zurückreiten. Während des Hochzeitfestes erscheinen die Vögel Aschenputtels und hacken den boshaften Stiefschwestern, die zum Fest geladen sind, die Augen aus. Rapunzel gebiert Zwillinge und findet in der Wüste endlich ihren geliebten Prinzen, der blind durch die Wüste irrt. Sie fällt ihm weinend um den Hals. Als aber ihre Tränen auf die Augen des Prinzen niederfallen, wird er wieder sehend.

So sind alle Wünsche endlich erfüllt und alle glücklich. Was aber niemand merkt: Eine weitere riesige Bohnenranke wächst in den Himmel ...

2. Akt

Später ... im gleichen, fernen Königreich ...

Abgesehen von ein paar kleinen Unstimmigkeiten sind alle glücklich und mit ihrer neuen Situation zufrieden. Aschenputtel sitzt auf dem Thron und wird von seiner Stieffamilie diensteifrig umschmeichelt, Jack und seine Mutter sind reich, der Bäcker und seine Frau erfreuen sich an ihrem langersehnten Kind. Allerdings möchte die Bäckersfrau gerne in ein grösseres Heim umziehen, da der Platz knapp wird, während der Mann unbedingt im alten Haus bleiben will, da schon sein Vater darin hauste.

Das allgemeine Glück ist aber nur von kurzer Dauer. Plötzlich ist nämlich ohrenbetäubender Lärm zu hören. Im nächsten Moment kracht das Bäckershaus rund um die erschrockene Bäckersfamilie zusammen. Auch der Garten der benachbarten - nunmehr schönen und machtlosen - Hexe wird zerstört. Riesige Fussabdrücke deuten darauf hin, dass ein Riese im Königreich wütet und alles zertrampelt, was ihm unter die Füsse gerät. Der Bäcker springt sogleich los, um Jack und seine Mutter über den Vorfall zu informieren und die königliche Familie um Hilfe anzusuchen. Als er zurück ist, kommt Rotkäppchen bei den Bäckersleuten vorbei und erzählt ihnen, dass es zu seiner Grossmutter im Wald umzieht, weil sein Haus zusammengestürzt ist und die Mutter unter sich begraben hat.

Die neue Gefahr im Königreich führt zu einem erneuten allgemeinen Aufbruch in den Wald. Der Bäcker und seine Frau realisieren, dass ein weiterer Aufenthalt in ihrem Haus gefährlich ist, und entschliessen sich daher, Rotkäppchen zur Grossmutter im Wald zu begleiten, Jack macht sich auf die Suche nach dem Riesen und Aschenputtel begibt sich zum Grab seiner Mutter, weil es durch die Vögel von dessen Zerstörung erfahren hat.

Während alle dringenden Geschäften nachgehen, sind die beiden Prinzen von anderen Sorgen beschäftigt. Ihr Denken und Sehnen geht nach zwei neuen, scheinbar unerreichbaren Frauen, die ihnen grosse Liebesqualen bereiten: Schneewittchen und Dornröschen. Ihre Frauen - Aschenputtel und Rapunzel, die von hysterischen Heulattacken geplagt wird - sind ihnen längst verleidet.

Die Bäckersfamilie und Rotkäppchen verlaufen sich im Wald und suchen vergeblich nach dem Weg zur Grossmutter. Als sie so im Wald umherirren, treffen sie auf die königliche Familie, deren Steward und die Hexe und sprechen über den Riesen, der das Königreich zerstört. Kaum ist aber von diesem die Rede, nähert er sich mit schweren Schritten, dass die Erde unter ihm erbebt. Es handelt sich bei ihm jedoch nicht um einen männlichen Riesen, sondern um eben die Riesin, deren Gatten Jack ermordet hat, indem er die Bohnenranke fällte.

Die Riesin möchte ihren ermordeten Gatten rächen und fragt nach Jack. Sie kann nicht sehen, wer sich vor ihren Füssen befindet, weil sie kurzsichtig ist. Als ihr mitgeteilt wird, dass sich Jack nicht am Ort befindet, reagiert sie misstrauisch.

Die Gruppe spielt nun mit dem Gedanken, der Riesin anstelle von Jack den Erzähler auszuliefern, weil sie mit seiner Erzählung unzufrieden ist. Als ihr aber bewusst wird, dass sie ohne Erzähler die Geschichte selber zu Ende erzählen müsste, lässt sie ihre Idee wieder fallen. Die Hexe ergreift den Erzähler aber trotzdem und wirft ihn der Riesin vor, welche ihn zuerst aufhebt, dann aber, als sie in ihm nicht Jack wiedererkennt, achtlos fallen lässt, sodass er am Boden zerschmettert.

Jacks Mutter stösst zur Gruppe dazu und erfährt, dass die Riesin ihrem Sohn Jack nachstellt. Sie beginnt nun mit der Riesin zu streiten, sodass der Steward zu Recht befürchtet, dass sie die Wut der Riesin noch mehr schürt und so alle in Gefahr bringt, und mit seinem Stock zuschlägt. Er trifft Jacks Mutter tödlich, sodass sie taumelnd zur Erde fällt. Vor ihrem Tod ringt Jacks Mutter dem Bäcker das Versprechen ab, ihren Sohn Jack zu beschützen.

In der Zwischenzeit stürzt auch die verstörte Rapunzel herbei. Sie läuft vor dem Prinzen und der Hexe, die sie vor der Riesin schützen will, davon und gerät so der Riesin direkt unter die Füsse. Die Hexe trauert Rapunzel nach und klagt, dass Kinder nie zuhören.

Das allgemeine Sterben veranlasst die Mitglieder der königlichen Familie, darunter Aschenputtels Stiefmutter, Stiefschwestern und den Steward, dazu, sich in ein verstecktes Königreich zurückzuziehen.

Die Hexe aber nimmt sich vor, Jack aufzusuchen und ihn der Riesin zum Frass vorzuwerfen, damit sie sich wieder beruhigt. Da sich jedoch der Bäcker dazu verpflichtet hat, Jack zu beschützen, muss er verhindern, dass die Hexe Jack findet. Er und seine Frau lassen daher ihr Baby mit Rotkäppchen im Wald zurück und machen sich in entgegengesetzten Richtungen auf die Suche nach Jack, wobei sie die Schritte zählen, um später wieder zum Ausgangspunkt zurückzufinden.

Die Bäckersfrau stösst auf der Suche nach Jack auf Aschenputtels Prinzen, der sie zu einem romantischen Schäferstündchen unter freiem Himmel verführt. Nachdem sich der Prinz aber genug mit der Bäckersfrau vergnügt hat, verlässt er sie wieder. Die Bäckersfrau, die das Liebesstündchen verbindlicher auffasste und sich mehr davon erhoffte, sieht sich dadurch auf ihren Bäcker und das Schicksal einer einfachen Bäckersfrau zurückgeworfen.

Sie denkt über die ungewöhnliche Begegnung im Wald nach, wo auch das Unmögliche möglich wird («Moments in the Woods»), und schlägt den Weg zurück zu ihrem Gatten ein. Sie verirrt sich jedoch, stolpert und wird von der Riesin im Vorbeigehen zu Tode getrampelt.

Der Bäcker trifft zur gleichen Zeit auf Aschenputtel, das am zerstörten Grab seiner Mutter kniet, und kann es überzeugen, den gefährlichen Ort zu verlassen und mit ihm weiterzuziehen. Er kehrt zusammen mit Aschenputtel zu Rotkäppchen zurück, wo er vergeblich auf seine Frau wartet. Seine Frau erscheint nicht, dafür aber die Hexe, die Jack mit sich mitschleppt und den Bäcker über den Tod seiner Frau informiert.

Nun beginnen sich alle zu streiten und sich gegenseitig für ihr Unglück und das Wüten der Riesin zu beschuldigen («Your Fault»). Schliesslich sind sich alle einig, dass die Hexe an allem schuld ist. Die Hexe weist die Gruppe zurecht («Last Midnight») und wirft die restlichen Zauberbohnen, die sie noch besitzt, zur Erde, weil sie hofft, auf diese Weise den Fluch ihrer Mutter wieder aktivieren zu können und somit wieder hässlich, aber mächtig zu werden. Sodann zieht sie sich wütend zurück.

Der Bäcker verlässt im Schmerz über den Tod seiner Frau sein Baby, das er Aschenputtel in die Obhut gibt, und Jack und irrt verzweifelt im Wald umher. Bald nachdem der Bäcker die Gruppe verlassen hat, trifft er aber auf den Geist seines verstorbenen Vaters. Die Konfrontation mit dem Vater, der ihn seinerzeit verlassen hat, als er noch ein Baby war, bringt den Bäcker zur Erkenntnis, dass er die Verantwortung seinem Baby und dem ihm anvertrauten Jack gegenüber wahrnehmen muss.

Der Bäcker kehrt daher zur Gruppe zurück und heckt dort zusammen mit den anderen einen Plan aus, wie die Riesin mit Hilfe der Vögel Aschenputtels getötet werden kann. Nachdem der Plan feststeht, gehen alle auseinander, um ihren Beitrag zur Tötung der Riesin zu leisten. Auch Rotkäppchen bricht auf, um bei der Grossmutter Pech zu holen. Allein Aschenputtel bleibt mit dem Baby zurück. Während Aschenputtel auf die anderen wartet, kommt sein untreuer Prinz heran. Aschenputtel, das durch die Vögel vom Seitensprung mit der Bäckersfrau weiss, stösst den Prinzen aber zurück, worauf sich dieser, der die Sache offensichtlich auf die leichte Schulter nimmt, wieder entfernt.

Rotkäppchen kommt als erstes wieder zurück. Es ist verstört und traurig, weil es das Haus der Grossmutter in Trümmern und die Grossmutter selber nur noch tot vorgefunden hat. Auch Jack ist traurig, als er durch den Bäcker vom Tod seiner Mutter erfährt. Der Bäcker und Aschenputtel versuchen gemeinsam, Jack und Rotkäppchen zu trösten, indem sie sie darauf hinweisen, dass niemand alleine ist («No One Is Alone»).

Der Bäcker, Aschenputtel und die Vögel, Jack und Rotkäppchen schaffen es schliesslich mit vereinten Kräften, die Riesin zu töten: Die Riesin wird von Aschenputtel in eine bestimmte Richtung gewiesen, wo ihr die Vögel die Augen auspicken. So erblindet, tappt die Riesin ins klebrige Pech, das Rotkäppchen besorgt hat, und kann nun endlich von Jack und dem Bäcker erschlagen werden.

Zum Schluss kommen alle Figuren - auch die verstorbenen - nach und nach noch einmal auf die Bühne und berichten die Moral ihrer Geschichten.

Da sie keine Angehörigen mehr haben, überzeugen Rotkäppchen und Jack den Bäcker, sie bei sich aufzunehmen. Auch Aschenputtel zieht beim Bäcker ein und wird für Rotkäppchen, Jack und das Baby zu einer neuen Mutter. Als das Baby einmal weint, erscheint der Geist der Bäckersfrau und schlägt dem Bäcker vor, ihm eine Geschichte zu erzählen, worauf dieser anfängt: «In einem fernen Königreich lebten ein kinderloses Bäckerehepaar ...».

Die Hexe erinnert daran, dass Kinder eben doch zuhören («Children Will Listen») und aus allem, was sie hören und sehen, lernen. Alle rufen dazu auf, mit Wünschen, Zaubersprüchen und Flüchen vorsichtig umzugehen, da diese ein gefährliches Eigenleben entwickeln können. Auf die Worte «And Happy Ever After» (etwa: «und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute») folgt Aschenputtels Stossseufzer, mit dem es das Stück eröffnet hat: «I wish ...» («Ich wünsche mir ...»).

(Thomas Lüthi und Alexandra Greeff)

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